Prüfstelle für Brandschutztechnik

des österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes GesmbH.

Staatlich akkreditierte Prüf- und Überwachungsstelle

A-1050 Wien, Siebenbrunnengasse 21; Tel.: +43 (0) 1-544 12 33

 

 

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Ausgabe 18.8.2000

Rauchabsaugsysteme:

Teil 1: Entwicklung, Geschichte

Vor ca 12 Jahren wurde die Prüfstelle erstmals mit sogenannten "Rauchabsaugsystemen" konfrontiert. Im Zuge der Errichtung eines Hochregallagers für einen großen Autoimporteur sollte statt der bisher verwendeten punktförmigen Melder ein Rauchabsaugsystem installiert werden.

Es soll nicht verhehlt werden, daß wir anfänglich große Skepsis gegenüber dieser neuen und bis dato unerprobten Technik hatten. Der Genehmigung zur Verwendung gingen umfangreiche Brandversuche in einem ähnlichen Hochregallager voraus und als Ergebnis dieser Versuche wurde nicht nur das erwähnte HRL mir Rauchabsaugsystemen ausgestattet, sondern es wurde auch eine prinzipielle Anwendungsvorschrift in Form eines Prüfberichtes entwickelt, die in ihren Grundzügen heute noch zur Anwendung kommt.

In der Folge wurden diese Sondermelder in die TRVB S 123 aufgenommen; es folgten weitere umfangreiche Brandversuche für Tiefkühllager, EDV Anwendungen, Zwischenböden, Aufzugsschächte, Kabelkanäle und -schächte und Zwischendecken. Weiters wurde unter Leitung unseres Sachgebietsleiters für Brandmeldesysteme, der gleichzeitig auch Vorsitzender des zuständigen Fachnormenausschusses FNA 172 ist,und unter tatkräftiger Mithilfe der Erzeuger dieser Systeme eine ÖNORM über Rauchabsaugsysteme entwickelt. Diese ÖNORM ist übrigens - wie viele andere österreichische Brandschutznormen - die erste und einzige auf ihrem Gebiet in Europa.

Seit diesen ersten Anfängen wurde eine derartig große Zahl von Brandversuchen mit den unterschiedlichsten Systemen durchgeführt, daß wir zu Recht und ohne Übertreibung sagen können, daß es sicher nicht viele Prüfstellen in Europa gibt, die über eine derartige Erfahrung mit Rauchabsaugsystemen verfügen wie die Prüfstelle f. Brandschutztechnik.

Die Erfahrungen haben auch dazu geführt, daß in der neuesten Ausgabe der TRVB S 123 für Hochregallager Rauchabsaugsysteme gegenüber punktförmigen Meldern bevorzugt werden.

Teil 2: Grundlagen

Rauchabsaugsysteme sind - unabhängig von herstellerbedingten Unterschieden - gleichartig aufgebaut:

  • ein - mehr oder weniger langes - Rohrsystem aus PVC-Rohren (dzt. Maximallängen bei ca. 100 m)
  • Bohrungen (Löcher) unterschiedlicher Anzahl und Dimension
  • ein Detektorkasten mit elektronischer Auswertung
  • ein Lüfter, der den geringen Unterdruck im Rohrleitungssystem erzeugt (ansaugt)
  • eine Detektionseinheit (Rauchmelder oder Lasereinheit)

Durch den Lüfter bedingt wird Umgebungsluft in den Detektorkasten gesaugt und in die Detektionseinheit eingebracht. Dort erfolgt - wie bei konventionellen Meldern - die Auswertung der einlangenden Luft (Rauchmenge) und gegebenenfalls die Entscheidung zur Alarmübermittlung an die Brandmelderzentrale. Vor dem Detektionskasten können Filterkästen (bei extremer Staubbelastung) oder Kondensationsfilter (bei Betauungsproblemen) eingebaut werden. Die Detektionskästen können bei extremen Umweltbedingungen (Temperatur, Kondensation, aggressive Atmosphäre)in den meisten Fällen auch außerhalb des Überwachungsbereiches gesetzt werden.

Durch die serienmäßige Luftstromüberwachung werden Verstopfungen der Ansauglöcher als Lüfterstörung detektiert und an der BMZ als Gruppenstörung zur Anzeige gebracht. Durch Anschließen einer Preßluftflasche am "Reinigungsstopfen" können Verunreinigungen und Verstopfungen meist beseitigt werden, ohne vor Ort den laufenden Betrieb (Beispiel automatisch beschcktes Hochregallager) zu beeinträchtigen.

Rauchabsaugsysteme können auf zwei grundsätzliche Arten eingesetzt werden:

  • Direkt an der Decke (bzw. in der 10 % - Zone): hier wirken sie zweidimensional und zeigen ein ähnliches Verhalten wie punktförmige Melder
  • frei im zu überwachenden Bereich verteilt (Beispiel Hochregallager): hier wirken sie dreidimensional: eine völlig neue Dimension der Brandmeldertechnik, welche die o.a. umfangreichen Testreihen und Brandversuche erforderten.

In den nächsten News setzen wir den Artikel über Rauchabsaugsysteme mit Teil 3: "Optimale Anwendungen" und Teil 4: "Vor- und Nachtteile, mögliche Probleme" fort. Ab 10.9. 2000 auf dieser Seite.

 

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