
Prüfstelle für Brandschutztechnik
des österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes GesmbH.
Staatlich akkreditierte Prüf- und Überwachungsstelle
A-1050 Wien, Siebenbrunnengasse 21; Tel.: +43 (0) 1-544 12 33
Vergleich der derzeit am Markt befindlichen gasförmigen Löschmittel (Teil 2 Löschgase)
Alle Löschgase löschen auf chemischem Weg, d.h. die Rekationskette des Verbrennungsprozesses wird gestört (unterbrochen), indem die Radikalenbildung vermindert bzw. unterbunden wird. Aus diesem Grund ist bei allen Löschgasen nur eine Haltezeit von 10 Minuten erforderlich. Ebenso ist nur eine Verzögerungszeit von 10 sec. erforderlich, sodaß Stoptaster entfallen (können).
Alle unten angeführten Löschgase unterliegen nicht dem Montreal Protokoll und damit auch nicht der Halon- Verordnung, d.h. sie sind nicht ozonschädigend. Sie besitzen jedoch hohes Treibgaspotential, d.h. gegenüber CO2 einen hundert- bis tausendfach höheren Treibgaswert. Es sind bei dieser Betrachtung jedoch auch die geringen erforderlichen Mengen sowie die Tatsache in Betracht zu ziehen, daß die Gase ja nur im Brandfall in die Atmosphäre gelangen und damit eine potentiell weit höhere Verschmtzung der Atmosphäre durch die u.U. giftigen Brandgase vermieden wird.
Trigon:
Trigon (Handelsname) ist ein teilhalogenisierter Kohlenwasserstoff (CHF3), welcher weltweit als "HFC 23" bekannt ist. Es ist ein "Abfallprodukt" der Teflonerzeugung und wird in USA erzeugt.
Die Löschkonzentration beträgt 15 Vol.%, die NBGS 50 Vol.%. Aufgrund dieser Daten sind weder Druckentla-stungsöffnungen erforderlich, noch gesundheitliche Gefährdungen für Personen im Flutungsbereich zu erwarten.
FM 200
(Handelsname) ist ebenfalls ein teilhalogenisierter Kohlenwasserstoff (CF3CHFCF3), welcher weltweit als "HFC 227ea" bkannt ist..
Die Löschkonzentration beträgt 8 Vol.%, die NBGS 10 Vol.%. Aufgrund dieser Daten sind keine Druckentla-stungsöffnungen erforderlich.
Da jedoch das "Löschfenster" (8 % Löschkonzentration vs. 10 Vol% NBGS) verhältnismäßig klein ist, müssen in Bereichen mit wechselnden Nettovolumina (z.B. Lagerbereiche oder Archive) aus Personenschutzgründen Sicherheitseinrichtungen wie für CO2 eingebaut werden (mechanische Verzögerungseinrichtung, hydraulische Sirene), die Verzögerungszeit 30 sec. betragen sowie verpflichtend Stoptaster eingebaut werden.
Aufgrund des geringen spezifischen Eigendruckes kann FM 200 mit der standardmäßigen Beaufschlagung durch N2-Treibgas keine sehr langen Rohrleitungen zwischen Flaschen und Düsen überwinden und müssen daher u.U. - abhängig von den Raumgeometrien - mehrere Löschmittelzentralen verteilt über den Löschbereich installiert werden.