
Prüfstelle für Brandschutztechnik
des österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes GesmbH.
Staatlich akkreditierte Prüf- und Überwachungsstelle
A-1050 Wien, Siebenbrunnengasse 21; Tel.: +43 (0) 1-544 12 33
Zertifizierung- ein Novum in Österreich auf dem Brandschutzsektor
Teil 3 Zertifizierung in Österreich, Zukunft
Anmerkung: Die folgenden Ausführungen beziehen sich nur auf Zertifizierungen auf dem Gebiet des Brandschutzes.
Bereits seit einigen Jahren werden Anstrengungen unternommen, auch in Österreich ein Zertifizierungswesen zu etablieren. Als gremialer Zusammenschluß (Mitglieder: Österr. Bundesfeuerwehrverband, VBÖ - Vereinigung Brandmeldeanlagenhersteller Österreichs, ÖVE, Wirtschaftskammer und Versicherungswirtschaft) wurde die ÖZS - Österreichische Zertifizierungsstelle Sicherheitstechnik gegründet.
In den Folgejahren wurden Verfahrens (Zulassungs)richtlinien für die Zertifizierung von Brandmeldesystemen sowie kürzlich von anerkannten BMA-Errichterfirmen erarbeitet.
Es wurden auch einige Anerkennungen für BM-Systeme ausgestellt sowie sämtliche namhaften Brandmelde-anlagenhersteller als anerkannte Errichterfirmen zertifiziert.
In Kürze tritt folgende Änderung ein: die ÖZS fungiert nur mehr als Dachorganisation für drei unabhängig arbeitende Zertifizierstellen auf (je eine für Intrusion-, Brand- und Personenzertifzierung).
Als Zertifizierungsstelle für Brand- und Löschanlagen wurde der Verein "VB-Cert" gegründet, der derzeit von folgenden Mitgliedern getragen wird:
Prüfstelle für Brandschutztechnik des ÖBFV- Prüfstelle "VWA" des Institutes für Sicherheit und Technik
- Prüfstelle "IBS" der BV OÖ
- Versicherungsverband
Die Zertifizierungsstelle "VB-Cert" soll zukünftig sämtliche Brandmelde- und Löschsysteme (naß und gasförmig) sowie Errichter- und Wartungsfirmen auf diesen Gebieten zertfizieren.Diesbezügliche Verfahrens- und Anerkennungsrichtlinien sind in Ausarbeitung, ebenso muß die Akkreditierung durch das BMfwA erreicht werden.
Grundlage jeder Zertifizierung stellt immer ein Typprüfbericht über das anzuerkennende Gerät oder System dar. Dieser Prüfbericht aufgrund österreichischer oder Europanormen muß von einer hiezu staatlich akkreditierten Prüfstelle ausgestellt werden. Das zweite "Standbein" ist der Nachweis des Antragstellers über die Implementierung eines QS-Systems. Dies kann entweder durch ein entsprechendes Zeugnis nachgewiesen werden oder wird mittels eines Audits durch "VB-Cert" überprüft.
Zukunftsaussichten:
Aufgrund der Akkreditierungsgesetze ist geregelt, daß Auflagen für die praktische Anwendung nicht in Prüfberichten enthalten sein dürfen. Diese Auflagen werden zukünftig in den "Anerkennungen" durch ÖZS/VB-Cert zu finden sein.
Weiters ist zu erwarten, daß in einigen Jahren die derzeitigen Forderungen der Behörden, Bauherren oder in Ausschreibungen nach "typgeprüften" System durch solche nach "anerkennten" ersetzt werden. Inwieweit dieses System zur Qualitätsverbesserungführt und nicht nur dazu, den Herstellern weitere finanzielle und bürokratische Hürden aufzuerlegen, kann und wird erst die Zukunft weisen....
Auf dem Gebiet der Firmenzertifizierungen wird es zu einer Qualitätssteigerung kommen, soferne hinkünftig für Errichtung und Wartung nur "anerkannte" Firmen herangezogen werden.
Derzeit besteht leider das Problem der Auftragsvergabe hauptsächlich nach dem Preis, sodaß manchmal leider nicht die hervorragend arbeitenden Herstellerfirmen, sondern v.a. billige Unternehmen zum Zug kommen, deren Kenntnisse der geltenden Errichtsvorschriften vorsichtig ausgedrückt eher rudimentär sind.