
Prüfstelle für Brandschutztechnik
des österreichischen Bundesfeuerwehrverbandes GesmbH.
Staatlich akkreditierte Prüf- und Überwachungsstelle
A-1050 Wien, Siebenbrunnengasse 21; Tel.: +43 (0) 1-544 12 33
Zertifizierung- ein Novum in Österreich auf dem Brandschutzsektor
Ein modernes, nicht ganz ernstgemeintes, Märchen, Teil 1
Anmerkung des Autors: Ich entschuldige mich bereits vorab bei allen, die sich auf den "Schlips getreten" fühlen, aber es ist Faschingszeit und man muß nicht immer todernst sein und kann sich manchmal auch selbst ein bißchen auf die Schippe nehmen. Ich verspreche hoch und heilig, daß der nächste Teil, der bereits in der Fastenzeit erscheint, wieder von gebotenem Ernst in angemessener Würde getragen sein wird.
In den grauen Vorzeiten war das Leben viel einfacher ....
Es gab keine Normen, keine Errichtungsvorschriften, Brandmelde- und Löschanlagen konnten gebaut werden, wie es gerade paßte ... mit einem Wort: ein Paradies !
Irgendwann einmal kamen lästige Leute auf die Idee Normen mit Anforderungen zu schreiben und siehe da, nach einer gewissen Zeit mußten sich alle daran halten. Dies führte jedoch wunderbarerweise dazu, daß nunmehr die Produkte und damit die Preise vergleichbar wurden, der Kunde einheitliche Bedienungen bekam und man auch so recht gut leben konnte ....
Leider waren da diese lästigen Prüfstellen, die sich doch tatsächlich erdreisteten, die Erfüllung der Normen auch zu überprüfen (!) und dann womöglich noch Änderungen zur Erfüllung forderten. Und diese Prüfstellen wurden auch immer genauer, schauten immer tiefer in die Dinge, verlangten Programmierausdrucke, einheitliche Bedienoberflächen, Ausfallsredundanzen und was sonst noch alles Geld kostet.
Aber Gott sei Dank gab es ja noch weite Bereiche in Österreich, in denen man sich nicht um Normen, TRVBs, Akkreditierungen oder Prüfstellen kümmert (soll es gerüchteweise heute auch noch geben ...); nach dem Motto "Mir san mir" hat ja Gott sei Dank jeder Misthaufen seine eigenen Bestimmungen, an die sich sowieso keiner hält, weil sie entweder nicht kontrolliert werden oder weil die Kontrollore einfach inkompetent sind ...
Aber leider, leider: diese Inseln der Glückseligkeit wurden durch die globale Erwärmung und durch den dadurch stetig ansteigenden Meeresspiegel des Einflusses von Normen immer kleiner und irgendwann einmal kam der Tag, an dem man sich zusammengerauft hatte.
Man lebte recht glücklich weiter und alle waren zufrieden:
die Hersteller, weil ihre Produkte die Normen erfüllten und sie Bestätigungen hierüber erhielten, weiters weil die Normen dafür sorgten, daß sich ausländische Mitbewerber am österreichischen Markt eher schwer taten- die Nutzer, weil sie von unabhängiger Seite verbrieft bekamen, daß sie funktionierende und entsprechende Produkte erworben hatten und daher glaubten, sich um Brandschutz nicht mehr kümmern zu müssen
- die Feuerwehren, weil sie halbwegs einheitliche Bedienoberflächen bekamen und nicht mehr 140 verschiedene Brandmelderzentralen auswendig lernen mußten, sich also weiterhin - zumindest dem Volksglauben nach - ruhigen Gewissens dem Kartenspielen und Biertrinken während der Dienstzeit widmen konnten
- die Planer, weil teurere Anlagen automatisch das eigene Honorar steigerten
- die Prüfstellen, weil sie an den Prüfungen recht gut verdienten und wenn nicht, halt rasch einige Änderungen an den Normen erfanden, damit Nachprüfungen erforderlich waren
- die Politiker, weil die Normen den Sicherheitsstandard hoben und sie sich das auf die eigenen Fahnen schreiben konnten
Doch dann passierte etwas Fürchterliches: es gab Europanormen (noch nicht so schrecklich: erweitert die Marktbasis, man kann das gleiche Produkt in ganz Europa verkaufen (zumindest theoretisch) und der Einfluß der Prüfstellen wird auch geringer ..., ABER ....etwas ganz Neues wurde auch eingeführt, ein Schreckgespenst:
DIE ZERTIFIZIERUNG